1. Präambel
  1. Mit grundlegenden Werten und Qualitätsgrundsätzen benennt unser Leitbild das Selbstverständnis unserer Organisation. Es ist somit eine verbindliche Handlungsorientierung für alle Mitarbeiter*innen mit und ohne Beeinträchtigung, haupt- und ehrenamtlich.
  2. Die Ostholsteiner ist eine soziale, gemeinnützige Organisation. In ihrem gesellschaftlichen Auftrag der Eingliederung von Menschen mit Beeinträchtigung geht es um Teilhabe in allen Bereichen menschlichen Lebens: Arbeit, Wohnen, Freizeit und Bildung.
  3. Die Ostholsteiner fördert selbstbestimmte Lebensplanung, „Empowerment“ und Inklusion.

 

  1. Unser Menschenbild
  1. Die Würde jedes Menschen ist unantastbar. Seine Würde, seinen Wert, sein Recht zu leben und sich zu entwickeln, erhält der Mensch allein aufgrund seines Daseins und nicht durch Leistung.
  2. Jeder Mensch ist auf seine Weise ein physisches, psychisches, soziales und geistliches Wesen, das individuell fähig ist zur Selbstbestimmtheit und Selbstverantwortung.
  3. Vielfalt und Diversität der Menschen verstehen wir als einen Gewinn für das Gemeinwesen. Menschen sind alt oder jung, haben verschiedene Hautfarben, verschiedene Weltanschauungen, verschiedene Sprachen oder verschiedene sexuelle Orientierungen. Sie leben ohne oder mit Beeinträchtigung, fühlen sich als Frau, als Mann oder noch anders. – Wir finden diese Vielfalt gut, und dulden bei Die Ostholsteiner keine Menschenfeindlichkeit wie Ausgrenzung, Abwertung, rassistische Äußerungen oder sonstige Formen der Diskriminierung.
  4. Die Eigenheit jedes/jeder Einzelnen ist zu achten, sofern andere dadurch nicht gefährdet werden.
  5. Jede*r Einzelne ist Expert*in des eigenen Lebens. An seinen/ihren Wünschen, Fähigkeiten und Bedarfen orientieren wir uns.
  6. Zu jedem selbstbestimmten Leben gehört das Recht zu lieben. Wir sehen Liebe und Sexualität als Grundbedürfnis und akzeptieren jede Art von Liebe, so sie freiwillig und gesetzeskonform ist.
  7. Jeder Mensch hat ein Recht auf Kommunikation. Wir ermöglichen einen personenzentrierten Dialog sowie eine unternehmensweite „sprachliche“ Orientierung und Verlässlichkeit – ggfls. mit Hilfe von (elektronischen) Kommunikationshilfen.

 

  1. Angestellte Mitarbeiter*innen
  1. Unser Umgehen baut auf Wertschätzung, Verlässlichkeit, Toleranz und Gewaltlosigkeit.
  2. Offenheit zum Wandel sowie Bereitschaft zur (Selbst-)Reflexion setzen wir voraus. Dies wird unter anderem durch das Verständnis einer Begleitung oder Assistenz im Umgang mit Menschen mit Beeinträchtigung deutlich.
  3. Träumen, „Spinnen“ und ergebnisoffener Dialog sind Instrumente zur Gestaltung einer werteorientierten Zukunft.
  4. Bei der Erbringung unserer Dienstleistung achten wir auf professionelle Balance zwischen Nähe und Distanz.
  5. Umweltbewusstes Verhalten, Ressourcenverantwortung und Nachhaltigkeit bestimmen das Handeln unserer Organisation wie auch jedes einzelnen Mitarbeitenden.
  6. Ständiges Sich-Weiterbilden sowie das Recht auf lebenslanges Lernen spiegeln unseren Anspruch wider, uns weiterentwickeln zu wollen. Wir bieten umfangreiche Fortbildungsangebote und haben die Erwartung, dass diese genutzt werden.
  7. Sprache ist für uns wichtiger und grundlegender Ausdruck einer Haltung. Aus diesem Grund achten wir sehr genau darauf, welche Begrifflichkeiten wir nutzen und welche wir auch sehr bewusst meiden.
  8. Gesundheitsfördernde Führung realisieren wir durch fachliche, soziale und emotionale Unterstützung.

 

  1. Berufliche Bildung
  1. „Was will ich beruflich machen?“, „Wo möchte ich arbeiten?“. Dies sind grundlegende Fragen der Menschen, die u.a. beim Übergang aus der Schule zu uns kommen.
  2. Wir wollen die/den Einzelnen als Expert*in des eigenen Lebens in diesem Prozess assistieren und befähigen, selbstbestimmt berufliche Perspektiven zu entwickeln und diese erfolgreich umzusetzen.

 

  1. Arbeit
  1. Ein breit gefächertes Arbeitsplatzangebot in unseren Werkstätten für angepasste Arbeit orientiert sich an den Wünschen, Fähigkeiten und Bedarfen des/der Einzelnen. Es handelt sich um arbeitnehmerähnliche Arbeitsverhältnisse.
  2. In unseren Werkstätten realisieren wir berufliche Rehabilitation und Teilhabe.
  3. Die individuellen Bedarfe und Wünsche der Mitarbeitenden mit Beeinträchtigung werden im Rahmen persönlicher Zukunftsgespräche (PZG) herausgearbeitet. Das Ergebnis der Gespräche ist wesentliche Grundlage für Bildungsmaßnahmen im Rahmen eines werkstattinternen Kurssystems.
  4. Die Integration in den sogenannten „Allgemeinen Arbeitsmarkt“ und die Kooperation mit diesem werden so weit als möglich realisiert.

 

  1. Wohnen und Freizeit
  1. Wohnen heißt Zuhause-Sein, Geborgenheit und Sicherheit erfahren, sich erholen und entspannen nach der Arbeit. Die Frage, wo und wie dies ge- und erlebt werden kann, ist individuell zu beantworten. Wir begegnen dem mit passgenauen Angeboten.
  2. Im Kontext von Wohnen und Freizeit geht es auch um Selbstbestimmung, um Integration und Inklusion. Schnittstellen zum Gemeinwesen werden aufgebaut und gelebt.
  3. Der Wohnbereich ist Impulsgeber und Lernumfeld, in dem soziale Kompetenz entwickelt und gefördert wird.

 

  1. Organisationsprinzipien
  1. Das vorliegende Leitbild bildet den Rahmen für unsere Qualitätspolitik. Aus ihm leiten sich unsere Qualitätsziele ab.
  2. Jede Entscheidung von grundsätzlicher Bedeutung ist Aufgabe der Geschäftsführung. Führungskräfte entwickeln aus den Leitbildern, Qualitätszielen und Konzeptionen die weiteren Gesamt- und Teilaufgaben.
  3. Alle Mitarbeiter*innen werden einbezogen in die Organisationsentwicklung. Ein Innerbetriebliches Vorschlagswesen ist hierfür ein wesentliches Instrument.
  4. Unsere Organisation zeichnet sich aus durch Transparenz, Entscheidungen sind nachvollziehbar.

 

Eutin, im August 2021